Radikale Schulreformen 2006-2016

2006 nahm das Volk den Bildungsartikel unter dem Schlagwort „Harmonisierung“ an, in der Meinung, damit würden nur Schulanfang und Bildungsziele angeglichen. Im gleichen Jahr begann ein kleines Projektteam von Experten für „Kompetenzorientierung“ mit der Ausarbeitung der Grundlagen für den Lehrplan 21. Im gleichen Jahr begann die Gemeinde Uetikon am See mit der Planung des „selbstgesteuerten Lernens“, damit die Schule im Dorf bleiben durfte. Alles Zufall? Honi soit qui mal y pense!

Alain Pichard: Lehrplan 21 - Steuerung und Kontrolle statt Harmonisierung

Der schweizweit bekannte Lehrer Alain Pichard (Gewerkschafter und Mitglied der GLP) aus Biel analysiert den Lehrplan 21 in einem Referat in Baden (Kt. Aargau). Sehr sehenswert.

PISA-Absturz - Wissensabbau beim Lehrplan 21 gefährdet die direkte Demokratie

Kürzlich hat der Medienpädagoge Thomas Merz von der Pädagogischen Hochschule (PH) Thurgau in verschiedenen Zeitung für die Medienbildung geworben, die neu im Lehrplan 21 als Pflichtstoff aufgenommen werden soll. Medienpädagoge Thomas Merz fürchtet, dass die Gesellschaft in ein Demokratiedefizit hineinläuft, wenn immer mehr Menschen bei Falschmeldungen („Fake News“) in den Medien nicht mehr zwischen wahr und falsch unterscheiden können.

Verlorene Volksabstimmung vom 27.11.2016: Mitteilung des Thurgauer Komitees

Weinfelden, 27.11.16 - Jeder vierte Thurgauer Stimmberechtigte hat der Initiative für eine gute Schule zugestimmt - trotz einer Übermacht von Regierung, Parteien, Verwaltung und Verbänden. Offenbar hat die Schulpolitik einen Teil der Basis verloren. Die Ablehnung der Initiative ist zu respektieren. Gleichzeitig sind die Verantwortlichen auf ihre Versprechen zu behaften, Meinungs- und Methodenfreiheit zu achten und auf epochale Umwälzungen zu verzichten. Damit sind wesentliche Forderungen der Initianten - auch mit dem Lehrplan 21 - gewahrt.

Polit-Stammtisch zum Thema «Bildung: Für die Zukunft gerüstet?»

Am Freitag, 16. Dezember 2016, wurde in der Sendung «Polit-Stammtisch» auf Schweiz5 über das brandaktuelle Thema «Bildung: Für die Zukunft gerüstet?» diskutiert. In ungezwungener Atmosphäre wurde kurzweilig darüber debattiert, was in der Volksschule heute falsch läuft und was zu verbessern ist. Mit dabei war unter anderem Anian Liebrand, Vorstandsmitglied der Aktion Bildungs-Kompass.

Pisa und der heimliche „Wochenplan“

Enthusiastische Medienberichte über Pisa 2015 können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Resultate durchwegs schlechter als bei Pisa 2012 ausgefallen sind und die Schweiz von Rang 14 auf Rang 18 abgerutscht ist bzw. von anderen Nationen überholt wurde. Die dürftigen Erklärungen zu diesem Absturz sind nicht nachvollziehbar.

„Kompetenzorientierung“: Schulabbrecher als „Kanonenfutter“?

10 Jahre nach der Umstellung auf die „Kompetenzorientierung“ (nach Weinert-/OECD) in Deutschland im Jahre 2005, fällt die Bilanz für die am meisten reformierten Bundesländer vernichtend aus. Das «Musterländle» Baden-Württemberg stürzte 2015 mit Fratton-«Gemeinschaftsschule» völlig ab. Die Zahl der Schulabbrecher und Schulabgänger, die nicht für den Arbeitsmarkt vermittelbar sind, nimmt dramatisch zu.

Vernebelungssprache in der Bildungswelt

Die Sprache kann Tatsachen verschleiern, aber sie kann keine Tatsachen schaffen. Dass man das ausgerechnet im Bildungswesen ignoriert, ist fahrlässig.

„Kompetenzorientierung“ und Niedergang des Bildungswesens in OECD-Staaten

Gemäss den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ soll das bewährte Schweizer Bildungssystem auf die „Kompetenzorientierung“ (Definition Weinert) der OECD umgebaut werden (https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf).

Lehrplan 21 mit Kompetenzsteuerung ab Kindergarten

Zur „Kompetenzorientierung“ im Lehrplan 21 heisst es in den „Grundlagen für den Lehrplan 21“ der Erziehungsdirektorenkonferenz D-EDK: „Nach dem Pädagogen Franz E. Weinert umfassen Kompetenzen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen, aber auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, über die Schülerinnen und Schüler verfügen müssen, um neuen Anforderungssituationen gewachsen zu sein“.

Schwachsinniger Sprachen-Kleinkrieg an Hochschulen

Pädagogische Hochschulen versuchen, die Sprache der Studenten zu kontrollieren. Während der schriftlich festgehaltene Sprachleitfaden an der Pädagogischen Hochschule Zürich noch als Empfehlung zu verstehen ist, ist er an der PH Bern bereits verbindlich. Das Stossende dabei: Beide sind fehlerhaft.

Schaffhausen: Ja zu Lehrpläne vors Volk am 27. November 2016

Die SVP des Kantons Schaffhausen empfiehlt mit 45 Ja- zu 2 Nein-Stimmen die Initiative anzunehmen. Wir sind in der Schweiz gut gefahren damit, dass wichtige Entscheide von demokratisch legitimierten Gremien und vom Volk gefällt werden.

Lehrplan 21 – an den Lehrmitteln erkennt man den Irrsinn

Als Lehrerin habe ich den Auftrag, die gesteckten Lehr- und Lernziele in der Schule zu erreichen und die Kinder zu selbständigen, lebenstüchtigen Persönlichkeiten mit Verantwortung gegenüber Mitmenschen und Umwelt zu bilden. Dies in Ergänzung zur Erziehung der Eltern.

Die Angst der Bildungs-Bürokratie vor dem Volk

Wenn der Lehrplan 21 so gut wäre, wie von den Befürwortern immer wieder behauptet, müssten alle die Volksinitiative für eine gute Thurgauer Volksschule unterstützen, welche die Genehmigung des Lehrplans mit Referendumsmöglichkeit vorsieht. Da man sich aber der Sache so sicher nicht ist und nach dem HarmoS-Schock vor einem negativen Volksentscheid Angst hat, wird ein demokratisches Verdikt mit allen Mitteln hintertrieben.

Volksabstimmung zum Lehrplan 21: Bildungsabbau und Kostenexplosion

Leitartikel von Verena Herzog, erschienen in der «Schweizerzeit», Ausgabe vom 28. Oktober 2016.

Schule begeistert und motiviert, wenn ihre menschliche Dimension in den Mittelpunkt gestellt wird und Bildung zur Beziehungssache wird.

Cédric

Bei Cédric, dem Sohn eines geschätzten Freundes, stellten die Psychologen Disgrammatismus (eine «Sprachentwicklungsstörung») und Dyskalkulie (behandelbares «Verständnisproblem im arithmetischen Grundlagenbereich») fest.

Schreibtischtäter sind an der Macht

Leserbrief von Walter Meier, erschienen im Mai 2011 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Seklehrer kämpfen gegen neues System“ vom 3. Mai 2011.

Schreibtischtäter sind an der Macht

Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 4. Juli 2016 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Dringend gesucht: Förderlehrer“ vom 30. Juni 2016.

Sie spulen ihr Pensum ab

Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 11. Juli 2015 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „In der Schule suchte er den Tod“ vom 3. Juli 2015.

Was ist nur aus der Schule geworden

Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 3. Juli 2012 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Reformwut der Bildungsdirektion“ vom 28. Juni 2012.

Werkschule ade?

Leserbrief von Walter Meier, Hergiswil NW, erschienen in der Neuen Luzerner Zeitung am 29. März 2006.

''Mir geht es gut, noch gut''

Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 5. September 2002 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Lehrer sind immer unzufriedener“ vom 30. August 2002.

Löhne: Wie gut geht es den Lehrern?

Leserbrief von Urs Schmidlin, erschienen am 11. Juli 2013 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Lehrerverband droht mir Streik“ vom 7. Juli 2013.

Anonymer Klassenverband droht

Leserbrief von Walter Meier, Hergiswil NW, erschienen in der Neuen Luzerner Zeitung am 25. Februar 2008.

Die „Grundlagen für den Lehrplan 21“ werden verschwiegen

In den Medien und der politischen Diskussion bei Abstimmungen herrscht eisernes Schweigen über die „Grundlagen für den Lehrplan 21“, obschon der Grundlagenbericht auf der offiziellen Internetseite der Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) zugänglich ist. Der „Lehrplan 21“ ist nur der Vorwand für die radikalste Systemänderung in der Geschichte unsere Volksschule. Diese Änderungen findet man jedoch nur in den "Grundlagen für den Lehrplan 21" der D-EDK und nicht im Lehrplan selber: https://www.leh…

Wissenschaftliche Erkenntnisse nicht gefragt

Die Frage um Sinn und Unsinn des frühen Fremdsprachenunterrichts steht schon seit Jahren im Raum. Bereits 1997 setzten Ernst Buschor und seine Lobby den Beginn des Englischunterrichts überraschend auf die zweite Primarklasse fest.

Sprache: Murks ohne Ende

Vor 20 Jahren wurde die Rechtschreibreform in Kraft gesetzt.
 Die Verwirrung ist grösser denn je. Ich war bei der Erarbeitung 
der Reform dabei – es war ein Fiasko

Von Horst Haider Munske

«Herr Erziehungsdirektor, was verstehen Sie unter Bildung?»

Ein Bildungsdirektor rief auf dem Podium verzweifelt aus: «Wir müssen endlich den Zeitgeist im Lehrplan einbauen, um die Probleme der komplexen Zukunft lösen zu können!»

«Lasst die Lehrer in Ruhe!»

Musiker, Produzent und Autor Chris von Rohr, 64, schreibt in seiner Kolumne in der «Schweizer Illustrierten» vom 30.08.2016 über Lehrpläne und Lehrer und den Wert der Schule für Kinder.

Lehrplan 21 im Sperrfeuer («Schweizerzeit»-BRISANT, 02.09.2016)

In mehreren Kantonen stehen heisse bildungspolitische Debatten und die ersten wegweisenden Abstimmungskämpfe an. Den Auftakt bildet St. Gallen, wo am 25. September über die Volksinitiative «Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat» abgestimmt wird.

Der Freitags-Kommentar vom 2. September 2016, von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit». Zum Artikel: «Lehrplan 21 - die heisse Phase beginnt» (auf Link klicken).

Bildung braucht Beziehung (Kommentar Carl Bossard)

Kommentar von Carl Bossard, Journal21.ch vom 24. August 2016

Allen Reformen zum Trotz: Die Lehrer-Schüler-Beziehung bleibt die unhintergehbare Bedingung für gute Lebensperspektiven der Schüler.

St. Galler Lehrer fordern Kurswechsel bei Fremdsprachen

Eine Umfrage des kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverbands St. Gallen hat ergeben, dass 80 % mit den HarmoS-Vorgaben nach zwei Fremdsprachen in der Primarschule nicht einverstanden sind. Lesen Sie hier das Verbandsbulletin KLV SG vom Juni 2015 (auf den Link klicken).

Video zum HarmoS-Austritt: Ja oder Nein (Volksabstimmung vom 25.09.2016 im Kanton St. Gallen)

Am 25. September 2016 stimmt der Kanton St. Gallen über die «Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat» Volksinitiative ab. Videobeitrag von TV Ostschweiz vom 22.08.2016.

Schulbildung: Vielgestaltigkeit ist gefragt

Gastkommentar von Rolf Dubs 19.8.2016, 05:30 Uhr

Die häufig einseitige Überbetonung des selbständigen Lernens im Gegensatz zum Frontalunterricht steht beispielhaft für die Pendelschläge der Pädagogik.

Wie kam das Frühenglisch in die Schweiz?

von Gisela Liebe, © Zeit-Fragen, Nr. 18, 16. August 2016

Weltweit wird die Mehrsprachigkeit der Schweiz bewundert. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass auf einem relativ kleinen Staatsgebiet mehrere Sprachgemeinschaften mit unterschiedlichen Kulturen friedlich koexistieren und sich miteinander verständigen können.

Schlecht- oder rechtschreiben? (infosperber.ch, 16.08.2016)

Kommentar von Carl Bossard, infosperber.ch, 16.08.2016

Die Schweizer Bildungsdirektoren scheinen nur ein Thema zu kennen: frühe Fremdsprachen. Aber wie steht es mit dem korrekten Frühdeutsch? Eine Studie der Universität Freiburg lässt aufhorchen.

EDK: wehe, wenn sie losgelassen!

Leserbrief, bezugnehmend auf „Streit um Frühfranzösisch: Behörden unterdrücken kritische Forschung“ in der NZZ am Sonntag, vom 18. September 2016

Wo steht der Lehrplan 21 und wie ist der weitere Fahrplan? Infografiken des Beobachters

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) hat den Lehrplan 21 in den Jahren 2010 bis 2014 erarbeitet. Mit diesem ersten gemeinsamen Lehrplan für die Volksschule haben die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone den Artikel 62 der Bundesverfassung umgesetzt, mit der Absicht, die Schulziele zu harmonisieren. Über die Einführung des Lehrplans 21 entscheidet jeder Kanton gemäss den eigenen Rechtsgrundlagen. Während die Regierungen hinter dem Projekt stehen, gibt es an der Basis Widerstand. In zwölf Kantonen wird der neue Lehrplan mit Volksinitiativen bekämpft.

Gender-Gaga an den Hochschulen: «Sie ist unser bester Mann!»

Die Sprache prägt nach sozialistischer Auffassung bekanntlich das Denken, weshalb die Hochschule Luzern, die Universität Luzern und die Pädagogische Hochschule Luzern – wie vor ihnen schon der Bundesrat – Sprachanweisungen an ihre Studenten herausgeben.

Frühfranzösisch: Grosse Unterschiede zwischen den Kantonen (Tagblatt Online, 03.08.2016)

Frühfranzösisch: Grosse Unterschiede zwischen den Kantonen (Tagblatt Online, 03.08.2016) - Infografik

Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat im Kanton St. Gallen

Die Diskussion über die Abstimmungsvorlage „Ja zum Ausstieg aus dem HarmoS-Konkordat“ vom 25. September 2016 ist lanciert. Weitere Infos: www.harmos-ausstieg.ch

Bei all den Fremdsprachen das Deutsche nicht vergessen

Leserbrief von Michael Meier, erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag, 17. Juli 2016

Konzept Frühfranzösisch gescheitert

Leserbrief von Hanspeter Amstutz, erschienen in der SonntagsZeitung vom 17. Juli 2016

Bildungswesen und Wirtschaft – Zu viel Gegenwart, zu wenig Zukunft

Ein Gastkommentar von Hans Zbinden über das Bildungswesen und seine Abhängigkeit von der Wirtschaft.

Seit gut einem Jahrzehnt sitzt unser Bildungswesen im Seitenwagen der Wirtschaft. Und übernimmt zusehends deren Kurzatmigkeit und Reformhektik. Mit dem paradoxen Ergebnis, dass die Zukunftswerkstätten unseres Landes vor lauter Betriebsamkeit ihre eigene Zukunft vergessen!

Praxisbeispiel des kompetenzorientierten Unterrichts

Die Schülerinnen und Schüler erhalten folgende Aufgabe: Ein neugeborenes Kaninchenpaar braucht jeweils zwei Monate, bis es geschlechtsreif ist. Ab dem zweiten Monat kommt dann jeden Monat ein Pärchen zur Welt, das seinerseits nach zwei Monaten wieder monatlich ein Pärchen kriegt. Wie viele Pärchen sind es nach einem Jahr?

Der Wert des Wiederholens (Kommentar von Carl Bossard, journal21.ch vom 12.07.2016)

Ohne Wiederholen gibt es kein Lernen. Aber wie oft muss man das noch wiederholen? Ein Ausflug zu einigen Highlights unserer Kulturgeschichte.

Vielzüngig oder scharfzüngig?

In der Sprachenfrage an den Schweizer Primarschulen herrscht babylonische Sprachverwirrung. Nun greift der Bund ein. Das verschärft die Risse im eidgenössischen Sprachgebälk. Ein Klärungsversuch.

Seichte Sprache

Kommentar von Konrad Paul Liessmann, erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 20. Juli 2016

Der Bildungsauftrag geht alle an

Leserbrief von Hanspeter Amstutz, erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. Juli 2016

Zwängerei auf Kosten der Kinder

Die bundesrätliche Intervention zum Frühfranzösisch ist der falsche Weg. Gefragt wäre Begeisterung. Kommentar von Arthur Rutishauser, Journalist «Tages-Anzeiger», 6. Juli 2016