Leserbrief, erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung vom 23. April 2016

Der Bericht von Walter Bernet über die Präsentation des in die Vernehmlassung gehenden Zürcher Lehrplans 21 gibt leider die berechtigt en Argumente der Gegner nicht wieder. Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Gegner des Lehrplans 21 eine Schule wie zu Gotthelfs Zeiten wünschen, wie Bildungsdirektorin Silvia Steiner suggeriert, sondern diese stören sich an wesentlichen Punkten wie der hohen Anzahl der Kompetenzen und daran, dass die Lehrerpersönlichkeit als Bezugsperson der Kinder zum Lernbegleiter mutieren soll. So werden die Kinder sich selber überlassen. Dagegen spricht Hatties umfassende internationale Studie, wonach die Lehrerpersönlichkeit den Schulerfolg erheblich beeinflusst.

Es ist die auf nationaler Ebene nicht legitimierte OECD, welche die Weisungen der USA ausformuliert und über die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) (eine ebenfalls nicht vom Volk gewählte Behörde) weit ergibt, welche dann «sanften» Druck auf Schulpräsidien, Schulleitung und Verbände der Lehrerschaft ausübt. Da ist es angebracht, dass das Volk mitredet, wie es die zustande gekommene Initiative fordert. So müssen dringendst die Medien die Eltern dort aufklären, wo diese fälschlicherweise Ungenügen bei sich und ihren Kindern suchen: Die bildungsnahen Eltern büffeln mit den Kindern selber oder schicken sie in den Nachhilfeunterricht, um den Stoff nachzuholen, welchen die sich selbst überlassenen Kinder mit de n schon nach den Methoden des Lehrplans 21 gedruckten und eingesetzten Lehrmitteln nicht verstanden haben. Apropos angestrebter Kostenneutralität: Die Verdoppelung der öffentlichen Bildungsausgaben der Schweiz seit 1990 hat sich mehrheitlich nicht auf den Lernerfolg der Schüler und Schülerinnen ausgewirkt.

Maria Spillmann, Uitikon-Waldegg