Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 3. Juli 2012 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Reformwut der Bildungsdirektion“ vom 28. Juni 2012.


Ich habe selber auch schon einige Jahre als Sonderschul- und Kleinklassenlehrer auf dem Buckel und gehe somit völlig einig mit den Worten des Leserbriefschreibers René Wittwer (40 Jahre lang Sekundarlehrer an den Stadtschulen Luzern). Um der Kürze gerecht zu werden, beschränke ich mich auf lediglich eine der bahnbrechenden Reformen aus dem Hause der Bildungsdirektion.


Ab 2014 gibt es an den Deutschschweizer Schulen das Fach «Geschichte» nicht mehr. Es heisst nun «Räume, Zeiten, Gesellschaften». Wie viele schlaflose Nächte wurden da wohl von einem Rudel arbeitsbesessener Beamten in diese, explosive Umbenennung investiert? «R, Z, G» – wen haut es da nicht aus den Socken? Ich meine, liebe Schreibtischtäter, Müssiggang ist aller Laster Anfang. Übrigens, im deutschen Bundesland Hessen ist man nach ein paar Versuchsjahren bereits wieder davon abgekommen. Das Fach heisst wieder Geschichte.


Wie auch immer, ich sehne mich nach den alten Zeiten zurück. Jene Zeiten, in denen bestandene Lehrkräfte mit ihrem Basiswissen und all ihrer Erfahrung bei grossen Fragen zu Rate gezogen wurden. Das muss wohl lange her sein.
Ich schliesse mich demzufolge den Gedanken der Herren René Wittwer und Jürg Randegger (ehemals Cabaret Rotstift und Ex-Lehrer) an. Die Schüler sind in etwa gleich geblieben, nur eben, was ist nur aus der Schule geworden?

Walter Meier, Hergiswil