Leserbrief erschienen in der Weltwoche vom 17. Dezember 2015 - bezugnehmend auf «Lehrerinnen»; Philipp Gut über das Bildungswesen

Dem Autor ist beizupflichten sowohl betreffend Bundesgerichtsurteil als auch bezüglich der Teilzeitstellen im Lehrer(innen)beruf. Wie in vielen andern Reformsparten haben erfah­rene Lehrkräfte auch hier gewarnt und eine Aufsplitterung der Unterrichtspensen als für die Kinder nicht wünschenswert bezeichnet. Die zürcherische Bildungsdirektion wusste es ­besser, und bald waren schon an Primarklassen gegen zehn Lehrpersonen tätig. Natürlich stellten sich die vorausgesagten Nachteile prompt ein. Und was machte die clevere Bildungsdirektion? Statt ihren Fehler zuzugeben, erfand sie einen «Schulversuch» mit dem Ziel, die Lehrpersonen zu beschränken! Naive Leute konnte man damit vermutlich beeindrucken; wer aber auch nur ein bisschen etwas von der Materie versteht und das Geschehen verfolgt hatte, war in anderem Sinne beeindruckt: von der Verlogenheit der Bildungsdirektion!

Hans-Peter Köhli, Zürich