Kommentar, bezugnehmend auf «Wenn es Lehrern an Wissen mangelt» (SonntagsZeitung vom 12.06.2016)

Die wahren Ursachen des Lehrermangels werden in den Medien fast immer verschwiegen. Wenn die unsinnigen und teuren Reformen nicht hinterfragt und gestoppt werden, wird sich der Lehrermangel noch verschärfen. Die Junglehrer werfen den Bettel schneller hin, als die erfahrenen Lehrer, von denen immer mehr in Pension gehen. Bereits während der Ausbildung geben bis 20 Prozent der PH-Studenten auf. Viele beklagen die praxisfernen und umstrittenen reformideologischen Ansätze („selbstgesteuertes Lernen“ des Lehrplan 21 usw.) der PH-Ausbildung. Wegen der mangelhaften Vorbereitung, den unerprobten Lehrmethoden und katastrophalen neuen Lehrmitteln (bei Frühfremdsprachen usw.) scheitern viele später an der Realität des Alltags: Im ersten Berufsjahr hört jeder sechste Lehrer auf, nach fünf Jahren arbeitet die Hälfte der Junglehrer nicht mehr im Beruf. Ein Lehrerstudent der Primarstufe studiert kostet den Steuerzahler 36'300 Franken, auf der Sekundarstufe 43'200 pro Jahr. Statt Geldmangel zu beklagen, könnten mit einem Reformstopp diese Gelder sinnvoller eingesetzt werden.

Peter Aebersold, Zürich