Leserbrief von Thomas W. Zimmermann, erschienen im Tages-Anzeiger vom 1. Juni 2016

Wie verzweifelt muss der Präsident der EDK (ein Laie) sein, dass er versucht, die Studie von Simone Pfenninger (einer Fachfrau) mit lachhaften oder nicht bewiesenen Argumenten schlechtzureden? Wo ist seine Qualifikation, zu sagen, was (wissenschaftlich) qualitativ genügend ist? Er wird sich wohl auf seine Berater und Zuträger verlassen, die aber nicht sagen wollen, was denn nicht gut ist an der Arbeit der Linguistin. So entsteht der Eindruck, dass nicht sein darf, was nicht ins vorgefasste Bild der „fortschrittlichen“ Bildungsdirektoren passt.

Seit geraumer Zeit versuchen diese unter dem Vorwand der Abstimmung über „Harmos“ allerhand in die Bildungsorganisation hinein zu schmuggeln. Damals war nicht die Rede von einer Vorverschiebung von Fremdsprachen. Niemand dachte an einen totalen Systemwechsel im Lehrplan, an eine Kompetenzorientierung. Es ging vor allem um organisatorische Dinge: einheitliche Dauer der Volksschulstufen; Übertritte in die nächste Stufe; Absprachen über die Behandlung von Stoffen usw. Dazu will die EDK die Neuerungen ohne jede Rückfrage ans Volk einführen.

Hören wir Bürger auf Fachleute! Kämpfen wir dafür, dass ein Sprachenkonzept nur nach genauer Prüfung eingeführt wird und der Lehrplan 21 dem Volk vorgelegt wird!