Leserbrief von Walter Meier, erschienen am 4. Juli 2016 in der Neuen Luzerner Zeitung. Bezugnehmend auf den Artikel „Dringend gesucht: Förderlehrer“ vom 30. Juni 2016.


Bedarf: 238 Vollzeitstellen, Ausbildung dauert bis zu 7 Jahre, Studium kostet 30 000 Franken. Dies sind Fakten, die ich dem Artikel in der Neuen LZ entnehme. Roger Dettling von der Pädagogischen Hochschule Luzern bringt die angesprochenen Sachen auf den Punkt: «Keine Lösung auf Dauer». Ich teile seine Meinung.


Nur eben, ich meine, zurück zu den Wurzeln, will heissen, zurück zur Hilfsschule, zur Werkschule, zum Niveau D. Mein Lösungsansatz fusst auf jahrelanger, jahrzehntelanger Arbeit mit eben solchen Jugendlichen auf der Sekundarstufe. Nie hatte ich in meinem Schulzimmer eine Lehrperson, die sich um die Integrative Förderung meiner Schüler bemühte. Nie kam ich auf den Gedanken, mir eine solche zu wünschen.


Die Zeiten haben sich geändert Schreibtischtäter sind an der Macht Sie machen und machen, zu wessen Wohl auch immer. Sie setzen das Modewort «Integration» ins Zentrum. Heisst im Klartext, was im Vorfeld noch als kostenneutrale Lösung angepriesen wurde, wird empfindlich teurer. Durch die Wegrationalisierung des Niveaus D sind die minderbegabten, teilweise verhaltensauffälligen Schüler nun zwangsläufig im Niveau C, was die zuständige Klassenlehrperson in «hohem Masse erfreut»...

Ich bin nicht gegen neue Ideen, ich bin nur gegen dumme Ideen. Meine Schlussfolgerung lautet deshalb: Dringend gesucht Niveau D oder wie man diese schülergerechte Stufe auch immer nennen mag!
Übrigens, ich kenne aus eigener Erfahrung beide Systeme. Im Gegensatz zu den Vollzugsbeamten weiss ich deshalb, von was ich rede.



Walter Meier, Hergiswil