Leserbrief von Heinrich Peter, Davos Platz, erschienen in der Südostschweiz vom 30.05.2016. Bezugnehmend auf den Artikel in der Davoser Zeitung vom 27. Mai 2016: Das Schulinspektorat hat die Davoser Primarschulen überprüft und gibt ihnen gute Noten.

Alle kennen die alte Weisheit, dass Gutes nicht durch Schlechtes ersetzt werden soll. Offenbar geschieht genau dies mit dem Lehrplan 21, obwohl andernorts auf ebenderselben Grundlage schlechte Erfahrungen gemacht worden sind!

In vielen Blogs, Kommentaren und Leserbriefen in der Südostschweiz hören wir noch und noch äusserst Bedenkliches:

- Die Zwischenbilanz nach zehn Jahren Kompetenzorientierung in Deutschland fällt in manchen Bundesländern vernichtend aus: Dramatisches Schwinden von Wissen und Können.
- In einer Pilotschule im Zürcher Unterland erreichten Schüler unter dem Schulversuch "Selbst Organisiertes Lernen" SOL Supernoten von 5,5 bis 6, an der Gymiprüfung fielen sie aber durch. Nun überlegen sich betroffene Eltern Schadenersatzklagen. Ihre Kinder wurden schlicht als Versuchskaninchen für untaugliche Schulmethoden missbraucht.
- Die Ergebnisse fallen besonders bei schwächeren Schülern verheerend aus.
- Der Lehrplan 21 ist alles andere als zeitgemäss. Er greift auf gescheiterte Reformkonzepte aus dem letzten Jahrhundert zurück und ist eine krude Mischung von Antipädagogik, Antiautoritärer Erziehung und Konstruktivismus: So sehen die „Grundlagen für den Lehrplan 21“ der D-EDK vor, dass die Kinder schon ab Schulstart „selbstorganisiert oder selbstgesteuert lernen“ und die Lehrer sich darauf beschränken sollen, lediglich als „Lernbegleiter“ zur Verfügung zu stehen.
- Schweizer Kinderärzte warnen in ihrer Verbandszeitung 01/2016 vor den möglichen Folgen: «Unsere Skepsis gegenüber dem selbstorganisierten Lernen in den ersten Schuljahren beruht auf der neurophysiologischen Tatsache, dass die dafür erforderlichen exekutiven Funktionen spät reifen und erst mit 20 Jahren voll ausgebildet sind. Selbstorganisiertes Lernen im eigentlichen Sinn ist deshalb erst im höheren Schulalter und in der Erwachsenenbildung möglich.»
- Ganz offensichtlich und durch Fakten belegt ist der Lehrplan 21 nachteilig für die Jugend und für das ganze Land. Bei den Grossräten müssten die Alarmglocken schrillen, da es die Regierung selbst offenbar nicht merken will. Siehe: www.guteschule-gr.ch

© Südostschweiz vom 30.05.2016