Kommentar von Peter Aebersold auf Aussagen der Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner zum Lehrplan 21

Frau Steiner war noch nicht dabei, als die Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) im Jahr 2010 die «Grundlagen für den Lehrplan 21» genehmigte und damit den radikalsten Systemwechsel in der Geschichte der Volksschule beschloss. Die umstrittene Kompetenzorientierung des LP21 beruht auf dem konstruktivistischen Lehr- und Lernverständnis und verlangt als alleinige «zeitgemässe» Methode das «selbstgesteuerte Lernen». Zitat D-EDK: «Mit der Kompetenzorientierung ergibt sich eine veränderte Sichtweise auf den Unterricht. Lernen wird verstärkt als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden.» https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf

Das «selbstgesteuerte Lernen» bedeutet in der Praxis, dass Lehrer und Klassenunterricht abgeschafft werden, weil jedes Kind ab dem 1. Schultag alleine bestimmen soll, wann, wie, was und ob es lernen will. Damit kann es keine Methodenfreiheit mehr geben und der qualifizierte Lehrerberuf wird überflüssig. Als «Lernbegleiter» können auch Zivildienstleistende oder Senioren im Klassenzimmer «Lernumgebungen» bereitstellen, in dem sie Arbeitsblätter von Bertelsmann & Co. vom Internet herunterladen. Das erfolgreiche Schweizer Bildungssystem darf nicht am Volk vorbei klammheimlich beerdigt werden!

schuleschweiz.blogspot.ch, 24. Juni 2016