Leserbrief von Hanspeter Amstutz, erschienen in der SonntagsZeitung vom 17. Juli 2016

Die frankophilen Freunde, zu denen ich mich auch zähle, vergessen oft, dass mit ein bisschen Frühfranzösisch kaum Freude an dieser schönen Sprache geweckt werden kann. Doch was zu tun ist, dass nicht nur symbolisch Französisch gelernt wird? Ganz sicher geht es nicht, dass man in homöopathischen Dosen den Primarschülern Französisch vermittelt. Dieses Konzept ist gescheitert. Wenn aber in der Ostschweiz Französisch nicht auf die Oberstufe verschoben wird, nehmen viele Eltern lieber das miserable Kurzfutterkonzept in Kauf, als aufs Frühenglisch zu verzichten. Damit wird für viele Kinder der Verleider am Französisch geradezu vorprogrammiert. Pädagogisch führt kein Weg an der Konzentration auf eine einzige Fremdsprache in der Primarschule vorbei. Kantonen wie Bern oder Basel darf anderseits nicht verwehrt sein, dass sie mit Französisch beginnen können.