Leserbrief vom Donnerstag, 21. April 2016, erschienen auf vilan24.ch

Die laufenden Schulreformen werden von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD vorangetrieben. Diese Wirtschaftsorganisation ist bestrebt, weltweit die öffentlichen Dienstleistungen wie z.B. das Gesundheitswesen, die Energie, die Post, die Bildung, usw. zu ökonomisieren. Ausgehend von diesem Hintergrund und in Kenntnis der vielen negativen Erfahrungen aus dem In- und Ausland mit Reformkonzepten wie der Lehrplan 21, setzen sich aufmerksame Bürgerinnen und Bürger für die Vermeidung eines zukünftigen Bildungsdesasters mit einer Doppelinitiative ein.

Gegen diese Schulreformen wächst in der ganzen Schweiz ein breiter Widerstand, unterstützt von namhaften Fachleuten. In dreizehn der 21 beteiligten Kantone sind ähnliche Initiativen bereits eingereicht oder in Vorbereitung. Die einmalige Schweizer Staatsform der direkten Demokratie erlaubt es, gegen fragwürdige Entscheidungen von Parlament und Behörden korrigierend einzuwirken, beispielsweise mit Initiativen, wie jene, die vom Komitee Gute Schule Graubünden am 11. April lanciert wurden. Den Befürwortern des Lehrplans 21 scheint das Verständnis für demokratische Rechte abhanden gekommen zu sein. Statt sich der fachlichen Kritik zu stellen, weichen sie mit Scheinargumenten aus.

Die Doppelinitiative ermöglicht die längst fällige öffentliche Debatte über den tiefgreifenden Systemwechsel, den der Lehrplan 21 mit sich bringen wird. In meinen Augen verdient das Anliegen der Initianten Respekt und sollte Politik und Bevölkerung aufhorchen lassen.

Rico Calcagnini, Buchen