Leserbrief, erschienen in der NZZ vom 9. März 2016

Meines Erachtens ist der Ärger der Lehrplan-Gegner (NZZ vom 23.2.2016) nachvollziehbar. Wenn schon eine Initiative mit der grossen Zahl von rund 12'000 Unterschriften eingereicht und als gültig erklärt wurde, die eine Abstimmung zur Einführung des Lehrplans 21 verlangt, darf nicht einfach unbeirrt weitergemacht werden, wie wenn nichts geschehen wäre. Die Inhalte dieses Werks sind derart umstritten, dass unbedingt dem Volk Gelegenheit gegeben werden muss, sich zur Sache zu äussern. Und da ist es doch, sollte man meinen, geradezu ein Muss, dass bis zu diesem Volksentscheid die Vorarbeiten sistiert werden.

Zugegeben: Wäre die Initiative nur eine extreme Forderung eines politisch unbedeutenden Splittergrüppchens, sähe die Angelegenheit vielleicht anders aus. Aber zu dieser Opposition gehören namhafte Politiker und Politikerinnen sowie Bürger und Bürgerinnen von links bis rechts, und das besagt eindeutig, dass die Bildungsdirektion sofort und unmissverständlich angewiesen werden sollte, dem unvernünftigen und sturen Fortgang der Arbeiten Einhalt zu gebieten.

Hans-Peter Köhli, Zürich