Leserbrief, bezugnehmend auf „Streit um Frühfranzösisch: Behörden unterdrücken kritische Forschung“ in der NZZ am Sonntag, vom 18. September 2016

Die EDK scheint sich immer mehr als von der Kantonshoheit im Bildungswesen abgehobenes Gremium zu gebärden, das offenbar keiner demokratischen Aufsicht untersteht. Druckversuche gegen Wissenschaftler ist das letzte Beispiel in einer längeren Reihe. Beim umstrittenen Projekt Lehrplan 21 wird vom Kartell verschwiegen, dass es mit der mysteriösen Kompetenzorientierung und dem konstruktivistischen „selbstgesteuerten Lernen“ um den radikalsten Systemwechsel in der Geschichte der Volksschule geht, der qualifizierte Lehrer und den bewährten Klassenunterricht abschaffen will.

Schon in der NZZ vom 13.8.2013 wurde auf die finsteren Pläne der EDK am Volk vorbei aufmerksam gemacht: «Gewarnt sei vor einem staatlichen Umerziehungsplan, der in Form eines «modernen» Lehrplans daherkommt.» Entgegen den ständigen Behauptungen der EDK wurde mit dem Bildungsartikel von 2006 nicht über den Lehrplan 21 abgestimmt. Die Rechtsgrundlage des LP21 ist eine blosse Verwaltungsvereinbarung der EDK von 2010, mit der de facto die kantonalen Parlamente umgangen werden konnten. Wenn renommierte Wissenschaftler wie Simone Pfenninger die Schweiz verlassen, ist das ein Alarmzeichen. Das erfolgreiche Schweizer Bildungssystem darf nicht am Volk vorbei heimlich beerdigt werden!

Peter Aebersold, Zürich