In den Medien und der politischen Diskussion bei Abstimmungen herrscht eisernes Schweigen über die „Grundlagen für den Lehrplan 21“, obschon der Grundlagenbericht auf der offiziellen Internetseite der Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) zugänglich ist. Der „Lehrplan 21“ ist nur der Vorwand für die radikalste Systemänderung in der Geschichte unsere Volksschule. Diese Änderungen findet man jedoch nur in den "Grundlagen für den Lehrplan 21" der D-EDK und nicht im Lehrplan selber: https://www.lehrplan.ch/sites/default/files/Grundlagenbericht.pdf

Die Auseinandersetzung um den Lehrplan ist nur ein Ablenkungsmanöver von der eigentlichen Systemänderung, die die Abschaffung des Unterrichts, des Lehrers und der Methodenfreiheit beinhaltet. Die Grundlagen versucht die EDK zu verschweigen, im dem sie zum Beispiel behauptet, im Lehrplan 21 stünde nichts vom "selbstgesteuerten Lernen", erwähnt aber nicht, dass das in den Grundlagen steht.

Die NZZ hat schon 2013 davor gewarnt, dass der Lehrplan nur der Vorwand für einen radikalen Systemwechsel ist: „Gewarnt sei vor einem staatlichen Umerziehungsplan, der in Form eines «modernen» Lehrplans daherkommt“. (Michael Schönenberger, NZZ 13.8.2013)

Der wichtigste Satz in den "Grundlagen" lautet: "Mit der Kompetenzorientierung ergibt sich eine veränderte Sichtweise auf den Unterricht. Lernen wird verstärkt als aktiver, selbstgesteuerter, reflexiver, situativer und konstruktiver Prozess verstanden."

Die "veränderte Sichtweise auf den Unterricht" bedeutet dessen Abschaffung (Reformdeutsch: "Unterricht ohne zu unterrichten"): Der Lehrer, der zum "Lernbegleiter" degradiert wird, darf nicht mehr unterrichten, weil die Schüler vom 1. Schultag im Kindergarten an "selbstgesteuert lernen" sollen, das heisst selber bestimmen, wie, wann, was und ob sie lernen wollen.

Der Bevölkerung wird Sand in die Augen gestreut, weil immer nur über den Lehrplan, aber nie über Grundlagen diskutiert wird und die EDK so ständig behaupten kann, "es ändere sich wenig" oder der "Lehrplan gehe nur die Lehrer etwas an". Unser bewährtes Volksschulsystem darf nicht heimlich am Volk vorbei beerdigt werden!

Peter Aebersold, Zürich