Leserbrief von Michael Meier, erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag, 17. Juli 2016

Viel wird derzeit darüber geschrieben, ob nun in der Volksschule mit Französisch, Italienisch oder Englisch als erster Fremdsprache begonnen werden soll. Als Studiengangleiter und Dozent an einer höheren Fachschule und also Abnehmer der jungen künftigen Berufs- und Kaderleute geht mir bei dieser ganzen Diskussion aber leider das Deutsch vergessen! Kein Wort wird darüber verloren, wie katastrophal sich heute schon die Sprachkompetenz in Deutsch entwickelt. Dabei denke ich nicht einmal nur an junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. Nein, auch unsere einheimische Jugend beherrscht das Hochdeutsche leider immer weniger – und disqualifiziert sich später trotz teilweise sehr guten anderen Kompetenzen im Berufsleben. Wie sagte schon Ludwig Wittgenstein? «Die Grenze meiner Sprache ist die Grenze meiner Welt.»